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Was der Schulstart 2026 kostet - Erstklässler, fünfte Klasse und die laufenden Kosten

Was der Schulstart 2026 kostet - Erstklässler, fünfte Klasse und die laufenden Kosten

Füller, Stifte und Farbkästen kosteten im Juni 2026 um 3,5 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, Schulbücher 2,3 Prozent, nur die Hefte wurden mit 0,3 Prozent minimal billiger. So steht es in der Pressemitteilung des Statistischen Bundesamts zum Schulanfang. Was die Zahlen nicht sagen: Der teuerste Posten der Einschulung ist weder der Ranzen noch das Material, sondern die Feier. 470 Euro geben Familien dafür im Schnitt aus, im Osten Deutschlands 669 Euro, im Westen 377 Euro.

Eine Einschulung ohne Feier lässt sich mit rund 280 Euro stemmen, wenn der Ranzen gebraucht ist und die Schultüte schlicht bleibt, und kostet mit neuem Markenset rund 515 Euro. Die fünfte Klasse ist mit Taschenrechner, Bücher-Eigenanteil, Fahrkarte und erster großer Klassenfahrt oft teurer als die erste. Und die laufenden Kosten für Mittagessen und Hort übersteigen beides um ein Vielfaches: Wer sein Kind an 190 Schultagen für 4,50 Euro essen lässt, zahlt 855 Euro im Jahr.

Was 2026 teurer wurde

Die Zahl der Woche des Statistischen Bundesamts vom 14. Juli 2026 vergleicht die Preise vom Juni 2026 mit dem Vorjahresmonat. Im Jahr davor sah das Bild anders aus:

WarengruppeJuni 2025 zum VorjahrJuni 2026 zum Vorjahr
Schul- und Lehrbücher+3,8 %+2,3 %
Schreib- und Zeichenmaterial (Füller, Stifte, Farbkästen)+1,7 %+3,5 %
Papierprodukte (Hefte, Blöcke)+0,3 %-0,3 %
Verbraucherpreise insgesamt+2,0 %+2,3 %

2025 lagen die Schulbücher fast doppelt so hoch wie die Inflation, 2026 genau auf Inflationsniveau. Dafür haben die Stifte den Sprung gemacht. Über fünf Jahre gerechnet ist der Anstieg deutlicher: Das Statistische Landesamt Sachsen-Anhalt hat im August 2026 für sein Land ausgerechnet, dass Schreibwaren und Zeichenmaterial seit 2021 um 26 Prozent teurer wurden, Papierprodukte um 36,4 Prozent und Schulbücher um 18,1 Prozent, bei einem allgemeinen Preisanstieg von 19,7 Prozent. Der Heftpreis ist damit der eigentliche Ausreißer der letzten Jahre, auch wenn er zuletzt nicht weiter gestiegen ist.

Die Einschulung: zwei Rechnungen

Die Preisspannen stammen aus dem Ratgeber der Sparkassen vom August 2026 und aus zwei echten Materiallisten für das Schuljahr 2026/27. Die Feier bleibt in beiden Rechnungen außen vor, sie ist ein eigenes Kapitel.

PositionSparsamMittelweg
Schulranzen120 Euro (gebraucht oder Vorjahresmodell)200 Euro (neues Set mit Sporttasche und Mäppchen)
Schultüte20 Euro (einfache fertige Tüte)40 Euro (fertig, mit Motiv)
Füllung der Schultüte30 Euro75 Euro (Bundesdurchschnitt)
Material nach Liste70 Euro80 Euro
Federmäppchen, Turnbeutel, Brotdose, Trinkflascheenthalten im Set oder vorhanden60 Euro
Turnschuhe, Hausschuhe40 Euro60 Euro
Summe ohne Feierrund 280 Eurorund 515 Euro

Der Sparkassenverband nannte 2023 einen Durchschnitt von 970 Euro für die gesamte Einschulung mit Feier und eine Spanne von unter 300 bis über 1.400 Euro. Die Rechnung oben liegt mit Feier bei 660 bis 1.180 Euro und damit mitten in dieser Spanne. Wer das Kinderzimmer gleich mit einem Schreibtisch für 80 bis 400 Euro ausstattet, landet am oberen Ende.

Beim Ranzen gilt, was die Stiftung Warentest in ihrem letzten großen Test 2019 festgestellt hat: 22 Sets zwischen 119 und 259 Euro, 8 davon gut, 12 mangelhaft, und kein Zusammenhang zwischen Preis und Qualität. Hauptkritik waren fehlende fluoreszierende Flächen. Die Norm DIN 58124 verlangt mindestens 20 Prozent der Front- und Seitenflächen in Signalfarbe, das GS-Zeichen zeigt die Einhaltung. Die Verbraucherzentrale NRW hält im August 2026 ausdrücklich fest, dass ein gebrauchter Ranzen in Ordnung ist, solange die Polsterung intakt ist. Welche Modelle ergonomisch überzeugen, steht im Beitrag zum Schulranzenkauf.

Die Materialliste: zwei echte Beispiele

Was auf der Liste steht, entscheidet die Schule, und die Unterschiede sind groß. Die Herzog-Christian-Grundschule in Herschweiler-Pettersheim in Rheinland-Pfalz verlangt für die erste Klasse 2026/27 unter anderem drei Schreibhefte mit Kontrastlineatur, zwei Rechenhefte, sieben Schnellhefter in festen Farben, zwei Schreiblernhefte, einen Farbkasten mit zwölf Deckfarben, Zeichenblock A3, Wachsmalstifte, zwölf Filzstifte, Over-Ear-Kopfhörer mit Klinkenstecker und dazu 10 Euro in bar für Arbeitsmaterial und Hausaufgabenheft, die die Schule sammelt. Die Grundschule Forstern bei Erding in Bayern schreibt schon in Klasse 1 einen Füller mit Patronen, Öl-Pastellkreiden und eine Mengenlehre-Schablone vor, besorgt dafür aber Hefte und Blöcke per Sammelbestellung über die Klassenlehrkräfte.

Die Einzelpreise sind überschaubar: Farbkasten 5 bis 10 Euro, ergonomische Buntstifte rund 10 Euro, Bleistifte 4 Euro, Schere und Klebestift je 1 bis 2 Euro. Es ist die Länge der Liste, die die 70 bis 80 Euro ergibt, in Berlin je nach Schule laut t-online auch 60 bis 150 Euro. Wer die Liste vor dem Einkauf mit dem vergleicht, was vom Kindergarten übrig ist, streicht meist ein Viertel.

Die Feier: 377 Euro im Westen, 669 im Osten

Die Einschulungsfeier ist der Posten mit der größten Streuung. Die idealo-Schulkostenstudie 2025, auf die sich die Sparkassen berufen, nennt 470 Euro im Bundesdurchschnitt, im Osten 669 Euro, im Westen 377 Euro. Die Tradition der großen Familienfeier mit Restaurant und Verwandtschaft ist in den ostdeutschen Ländern deutlich stärker. Eine Feier im kleinen Rahmen zu Hause ist mit 50 bis 150 Euro möglich.

Dazu kommen die Geschenke der anderen. Der Handelsverband Deutschland rechnete im Juli 2026 mit 770 Millionen Euro Umsatz rund um die Einschulung, sechs Prozent mehr als 2025. 87 Prozent der Schenkenden greifen zu Süßigkeiten, 75 Prozent zu Schulausstattung, knapp 70 Prozent zu Büchern und Schreibwaren. Wer Großeltern und Paten die Liste zeigt, verhindert das dritte Federmäppchen.

Fünfte Klasse: der zweite große Einkauf

Der Wechsel auf die weiterführende Schule wird selten mitgerechnet, obwohl er teurer sein kann als die Einschulung. Ein neuer Rucksack statt Ranzen, ein größerer Satz Hefte und Mappen, dazu vier Posten, die es in der Grundschule nicht gab:

  • Bücher-Eigenanteil. In Nordrhein-Westfalen steigt er von höchstens 16 Euro in der Grundschule auf höchstens 34 Euro in der Sekundarstufe I, in Brandenburg von 12 auf 25 Euro, in Berlin von null auf bis zu 100 Euro ab Klasse 7. Im Saarland gilt ab 2026/27 ein einheitliches Leihentgelt von 160 Euro, das ein iPad einschließt.
  • Taschenrechner. Niedersachsen schreibt den grafikfähigen Taschenrechner ab Klasse 7 vor, NRW ab der Oberstufe. Ein einfacher GTR kostet rund 100 Euro, ein CAS-Modell 170 bis 210 Euro. Sachsen stellt ihn als Lernmittel, in Hessen und Bayern ist er Elternsache.
  • Fahrkarte. Wer nicht mehr zur Grundschule um die Ecke geht, braucht ein Ticket. In NRW liegt der Eigenanteil bei anspruchsberechtigten Schülern bei höchstens 14 Euro im Monat, ohne Anspruch kostet das DeutschlandTicket Schule 43 Euro. In Bayern ist der Schulweg bis Klasse 10 kostenfrei. Was in den anderen Ländern gilt, steht im Beitrag zum Deutschlandticket für Schüler.
  • Klassenfahrt. Die erste fünftägige Fahrt kostet realistisch 250 bis 450 Euro. Berlin deckelt Fahrten in Klasse 4 bis 6 auf 415 Euro, in Klasse 7 bis 10 auf 550 Euro, Hamburg die Sekundarstufe I auf 350 Euro.

Eine Rechnung für NRW: Rucksack 80 Euro, Material 60 Euro, Bücher-Eigenanteil 34 Euro, Fahrkarte 43 Euro im Monat, Klassenfahrt 350 Euro. Im ersten Jahr an der weiterführenden Schule sind das rund 1.040 Euro, mehr als doppelt so viel wie die Einschulung ohne Feier.

Schulbücher: was die Länder verlangen

Lernmittelfreiheit ist Ländersache, und die Spanne reicht von komplett kostenlos bis 160 Euro im Jahr:

LandRegelKosten pro Schuljahr
Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Hamburg, Bremen, Sachsen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-VorpommernBücher als kostenlose Leihgabe; Arbeitshefte, Atlanten und Taschenrechner meist Elternsache, Sachsen stellt auch den Rechner0 Euro
BerlinKlasse 1 bis 6 alles kostenlos, ab Klasse 7 Eigenanteilbis 100 Euro ab Klasse 7
Nordrhein-WestfalenEigenanteil ein Drittel des Durchschnittsbetragsbis 16 Euro Grundschule, 34 Euro Sekundarstufe I, 31 Euro Sekundarstufe II
Brandenburgjährlicher Eigenanteil, für den Eltern Bücher kaufen12 Euro Klasse 1 bis 4, 25 Euro Klasse 5 und 6, 29 Euro ab Klasse 7
NiedersachsenAusleihe gegen Gebühr33 bis 40 Prozent des Ladenpreises
Rheinland-PfalzAusleihe gegen Gebührein Drittel des Ladenpreises, ein Sechstel bei mehrjährigen Bänden
Sachsen-AnhaltLeihgebühr pro Buch3 Euro je Buch, 2 Euro ab dem dritten Kind
Saarlandlandesweite Schulbuch- und Medienausleihe ab 2026/27 inklusive iPad160 Euro

Die Regeln stehen unter anderem in § 96 SchulG NRW, beim Bildungsministerium Brandenburg und beim Lernmittelportal Rheinland-Pfalz. Familien mit Grundsicherungsgeld, Wohngeld oder Kinderzuschlag sind in fast allen Ländern vom Eigenanteil befreit und bekommen zusätzlich das Schulbedarfspaket von 195 Euro, mehr dazu im Beitrag zum Schulbedarfspaket.

Die laufenden Kosten: Essen, Hort, Fahrten

Was nach dem Einkauf kommt, übersteigt ihn schnell. Die idealo-Studie beziffert die Kosten eines Schulkinds über zwölf Schuljahre auf 20.755 Euro im Bundesschnitt, in Niedersachsen 27.335 Euro, in Mecklenburg-Vorpommern 14.896 Euro. Der größte Einzelposten ist mit rund 9.600 Euro der Hort, gefolgt vom Mittagessen mit rund 4.200 Euro.

PostenBeispiele 2026Pro Schuljahr
MittagessenMannheim 4,40 Euro ab September 2026, München 5 Euro, Berlin Klasse 1 bis 6 kostenlos855 bis 950 Euro bei 190 Schultagen
Hort und GanztagDresden 125,43 Euro im Monat ab September 2026; München nach Einkommen 0 bis 139 Euro; Düsseldorf bis 15 Uhr kostenlos, 16-Uhr-Modell 180 bis 240 Euro0 bis 2.880 Euro
KlassenfahrtGrundschule 3 bis 5 Tage 100 bis 200 Euro, fünftägige Fahrt ab Klasse 5 250 bis 450 Euroalle zwei bis drei Jahre
SchulfotografSets 20 bis 65 Euro, unbestellte Mappen müssen nicht bezahlt werden20 bis 65 Euro
NachhilfeBertelsmann Stiftung 2016: 87 Euro im Monat je Nachhilfekind, 14 Prozent der Schüler; Online-Nachhilfe im Test 2025 ab 164 Euro im Monatab 1.000 Euro, wenn nötig

Beim Hort lohnt der Blick auf die Einkommensstaffel. In München zahlen Familien bis 50.000 Euro Jahreseinkommen für die städtische Ganztagsbetreuung nichts, über 80.000 Euro je nach Buchungszeit 99 bis 139 Euro im Monat plus 105 Euro Verpflegungspauschale. Düsseldorf stellt ab August 2027 die Betreuung bis 15 Uhr für alle frei und verlangt für längere Betreuung erst ab 60.000 Euro Haushaltseinkommen Beiträge.

Kopiergeld: was die Schule verlangen darf

Der Zettel mit „bitte 15 Euro Kopiergeld” gehört zu den Klassikern des Schulanfangs, und er ist nicht überall zulässig. In Nordrhein-Westfalen sind Kopien für Unterricht, Klassenarbeiten und Lernstandserhebungen laut Erlass zur Lernmittelfreiheit Sachkosten des Schulträgers. Eltern müssen sie nicht bezahlen. Nur Kopien, die ein Schulbuch ersetzen, dürfen bis zur Höhe des Eigenanteils abgerechnet werden, alles darüber ist eine freiwillige Sammlung nach Beschluss der Schulkonferenz. In Sachsen sind Kopien, die Schulbücher begleiten oder ersetzen, seit 2017 kostenlos. Bayern erlaubt Kopiergeld, aber nur kostendeckend, mit etwa 10 Cent pro Seite, und Eltern dürfen die Kalkulation sehen. Der Elternverband nennt 10 bis 20 Euro im Jahr als üblich.

Steuer: was absetzbar ist und was nicht

Ranzen, Hefte, Stifte, Taschenrechner und Schulbücher sind steuerlich nicht absetzbar. Sie gelten durch Kindergeld, Kinderfreibetrag und den Freibetrag für Betreuung, Erziehung und Ausbildung als abgegolten, das bestätigt die Lohnsteuerhilfe VLH. Zwei Ausnahmen lohnen sich: Hort- und Ganztagsgebühren zählen nach § 10 Abs. 1 Nr. 5 EStG seit 2025 zu 80 Prozent bis 4.800 Euro je Kind unter 14 als Sonderausgaben, das Essensgeld allerdings nicht. Und Schulgeld für eine Privatschule ist zu 30 Prozent bis 5.000 Euro im Jahr absetzbar. Wie sich Kindergeld und Freibetrag zueinander verhalten, erklärt der Beitrag zum Kinderfreibetrag.

Sparhebel, die belegt sind

  • Gebrauchter oder Vorjahres-Ranzen. Von der Verbraucherzentrale ausdrücklich abgesegnet, wenn DIN 58124 erfüllt ist und die Polsterung stimmt. Da der Test keinen Zusammenhang zwischen Preis und Qualität fand, spart der Griff zum günstigen guten Modell ohne Verlust.
  • Sammelbestellung über die Schule. Viele Grundschulen besorgen Hefte und Blöcke selbst, weiterführende Schulen den Taschenrechner. An einer Gesamtschule in Siegen kostete der GTR in der Sammelbestellung 99,95 Euro. In Niedersachsen ist die Sammelbestellung des Rechners durch die Schule allerdings nicht erlaubt.
  • Leihsystem statt Kauf. Wo Bücher gegen Gebühr ausgeliehen werden, kostet das ein Drittel des Ladenpreises. Verlorene Bücher werden gestaffelt berechnet, in Hamburg bis 30 Euro.
  • Kopiergeld hinterfragen. In NRW und Sachsen nicht zu zahlen, in Bayern nur mit Kalkulation.
  • Feier klein halten. 50 bis 150 Euro zu Hause statt 470 Euro Durchschnitt, das ist der größte einzelne Hebel der ganzen Einschulung.
  • Die Liste gegen den Bestand prüfen. Farbkasten, Schere und Kleber aus dem Kindergarten reichen meist für das erste Jahr.

Stand dieser Angaben: 04.09.2026. Preisentwicklung nach Statistischem Bundesamt (Juni 2026), Preisspannen nach Sparkassen-Ratgeber (August 2026), Länderregeln zu Lernmitteln für das Schuljahr 2026/27.

Häufige Fragen zu den Kosten des Schulstarts

Was kostet die Einschulung insgesamt?

Ohne Feier zwischen rund 280 Euro mit gebrauchtem Ranzen und selbst gebastelter Schultüte und rund 515 Euro mit neuem Markenset. Mit Feier kommen im Westen durchschnittlich 377 Euro dazu, im Osten 669 Euro. Der Sparkassenverband nannte 2023 einen Gesamtdurchschnitt von 970 Euro bei einer Spanne von unter 300 bis über 1.400 Euro. Der Schreibtisch fürs Kinderzimmer mit 80 bis 400 Euro ist darin noch nicht enthalten.

Was kostet ein guter Schulranzen?

Zwischen 120 und 300 Euro für ein Set mit Sporttasche und Mäppchen. Die Stiftung Warentest hat in ihrem letzten Test 22 Sets zwischen 119 und 259 Euro geprüft und keinen Zusammenhang zwischen Preis und Qualität gefunden, 12 der 22 waren mangelhaft. Entscheidend ist die Norm DIN 58124 mit mindestens 20 Prozent Signalfläche. Ein gebrauchter Ranzen mit intakter Polsterung ist laut Verbraucherzentrale eine gute Wahl.

Muss ich Kopiergeld bezahlen?

Kommt auf das Bundesland an. In Nordrhein-Westfalen sind Kopien für Unterricht und Klassenarbeiten Sachkosten des Schulträgers, Eltern müssen sie nicht zahlen, nur Buchersatz-Kopien bis zur Höhe des Bücher-Eigenanteils. In Sachsen sind Kopien seit 2017 kostenlos. Bayern erlaubt Kopiergeld, aber nur kostendeckend, üblich sind 10 bis 20 Euro im Jahr, und Eltern können die Kalkulation einsehen. Sammlungen für die Klassenkasse sind überall freiwillig.

Sind Schulbücher kostenlos?

In acht Ländern ja, darunter Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Hamburg und Sachsen. In Berlin bis Klasse 6, danach bis 100 Euro Eigenanteil. Nordrhein-Westfalen verlangt bis 34 Euro in der Sekundarstufe I, Brandenburg 12 bis 29 Euro, Sachsen-Anhalt 3 Euro je Buch. Niedersachsen und Rheinland-Pfalz verleihen gegen ein Drittel des Ladenpreises, das Saarland verlangt ab 2026/27 pauschal 160 Euro inklusive iPad. Arbeitshefte und Atlanten sind fast überall Elternsache.

Kann ich Schulsachen von der Steuer absetzen?

Nein. Ranzen, Hefte, Stifte, Taschenrechner und Bücher gelten durch Kindergeld und Kinderfreibetrag als abgegolten. Absetzbar sind dagegen die Gebühren für Hort und Ganztagsbetreuung zu 80 Prozent bis 4.800 Euro im Jahr für Kinder unter 14, ohne das Essensgeld, sowie Schulgeld für Privatschulen zu 30 Prozent bis 5.000 Euro. Beides läuft über die Sonderausgaben in der Steuererklärung.

Was darf eine Klassenfahrt kosten?

Eine Obergrenze gibt es nur in einigen Ländern. Berlin deckelt Fahrten in Klasse 1 bis 3 auf 335 Euro, Klasse 4 bis 6 auf 415 Euro und Klasse 7 bis 10 auf 550 Euro, Hamburg die Sekundarstufe I auf 350 Euro. Realistisch kostet eine fünftägige Fahrt 250 bis 450 Euro, eine Grundschulfahrt ins Schullandheim 100 bis 200 Euro. Familien mit Anspruch auf das Bildungspaket bekommen Fahrt, Unterkunft und Programm vollständig erstattet, nicht aber das Taschengeld.

Brauchen wir einen grafikfähigen Taschenrechner?

Das legt das Land fest. Niedersachsen schreibt den grafikfähigen Taschenrechner ab Klasse 7 vor, Nordrhein-Westfalen ab der Oberstufe. Sachsen stellt ihn als Lernmittel kostenlos, in Hessen und Bayern kaufen die Eltern. Ein einfacher GTR kostet rund 100 Euro, ein Modell mit Computeralgebra 170 bis 210 Euro. Welches Modell die Schule verlangt, steht meist im Elternbrief vor dem Schuljahr, oft mit einer Sammelbestellung.

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