18. Oktober 2019

Das erste Konto für mein Kind

Alle Eltern wollen nur das Beste für ihr Kind. Das beginnt bei einem warmen, liebevollen zu Hause und endet bei einer möglichst guten finanziellen Absicherung für die Zukunft. Deshalb entscheiden sich viele Eltern und Großeltern dazu, ihren Kindern bereits im Babyalter einen finanziellen Puffer in Form eines Kontos anzulegen.

Gerade erst auf der Welt und schon vermögend

zukunft kind

Die finanzielle Zukunft des Kindes steuern

Spätestens wenn sich die Aufregung rund um die Geburt gelegt hat und das Kind einen Namen trägt, machen sich Eltern bereits Sorgen um die Zukunft ihres Sprösslings. Sie möchten dem Kind den Weg in die Zukunft so gut wie möglich ebnen um ihm das Leben angenehm zu machen. Bis es erwachsen ist und darüber hinaus hat das Kind viele Entscheidungen zu treffen. Manche davon werden falsch sein und in eine Sackgasse führen.

Wenn man während der Zeit, in der man auf den richtigen Pfad zurückfinden soll, sich finanziell abgesichert weiß, sind solche Fehltritte wesentlich leichter zu verkraften. Ein Konto ist währenddessen die Wegzehrung, auf die man zurückgreifen kann.

Mündelsicher bis zur Vollmündigkeit

mutter tochter sparschwein

Dem Kind das Sparen erklären und ein Konto anlegen

Eltern dürfen für ihre minderjährigen Kinder nur in mündelsichere Anlagen investieren, d.h. in Anlagen, bei denen das Risiko eines Wertverlustes gegen Null geht.

Dieses Gebot gilt zum Schutze des Kindes, welches auch im Sinne der Bank bzw. des Staates die bestmögliche finanzielle Absicherung haben sollte.

Als mündelsicher gelten Festgeldkonten und Tagesgeldkonten, Sparkonten, Sparbriefe, Liegenschaftsvermögen und bestimmte Wertpapiere, als unsicher werden z.B. Aktien eingestuft.

Die Anlage sollte am besten im eigenen Land bzw. innerhalb des europäischen Raumes gemacht werden.

Mit Tagesgeldkonten ständig flüssig sein

Bis das eigene Kind volljährig ist bzw. finanziell auf eigenen Beinen steht, sind einige finanzielle Ausgaben notwendig. Abgesehen von alltäglichen Dingen wie Nahrung und Kleidung ist es oft der Fall, dass das Kind für Klassenausflüge, das eigene Moped oder die Bekleidung für die Lehre Geld benötigt. Für solche Fälle ist ein Konto für Kinder eine sehr hilfreiche Rücklage.

Tagesgeldkonten bieten gegenüber anderen Anlageformen einige Vorteile:

  • Sie sind an keinen festen Betrag gebunden, d.h. es ist jederzeit möglich, variable Beträge auf das Konto einzuzahlen.
  • Der Inhaber des Kontos ist flexibel. Er kann nicht nur jederzeit Geld einzahlen, sondern auch beheben.
  • Tagesgeldkonten sind unkompliziert und an keine Laufzeit gebunden. Sollte eine andere Bank im Laufe der Jahre ein besseres Angebot haben, kann das Konto einfach aufgelöst und woanders wieder angelegt werden.
  • Tagesgeldkonten für Kinder sind mit keinen Gebühren verbunden und eignen sich sehr gut als Sparkonten.

Tagesgeldkonten haben aber auch Nachteile:

  • Zunächst einmal verweigern einige Banken schlichtweg die Eröffnung von Kinderkonten. Oft ist es auch üblich, dass den Kindern niedrigere Zinsen als den Erwachsenen gewährt werden.
  • Die Zinssätze bei Tagesgeldkonten sind sehr gering und reichen nur selten über 1% hinaus. Außerdem sind die Zinsen ständigen Schwankungen unterworfen, d.h. sie können in Zukunft sogar noch sinken.

Die Voraussetzung für ein Tagesgeldkonto ist das Vorhandensein eines Girokontos, da wird auch bei Kinderkonten keine Ausnahme gemacht. Im Gegensatz zu Erwachsenen reicht bei Kindern aber bereits ein monatlicher „Einkommenseingang“ von 0,01 Euro pro Monat.

Spezielle Kinderkonten mit besonderen Regelungen

junge mit kinderkonto

Kinderkonten gibt es auch mit Kontokarte

Wie bereits erwähnt, bieten nicht alle Banken Kinderkonten an. In Deutschland kann man z.B. bei der Netbank, der ING-Diba, der Credit Europe Bank oder auch bei der Audi- und Volkswagenbank ein Konto für das Kind eröffnen. Eltern oder Großeltern gehen damit einen Vertrag zugunsten Dritter ein. Das Konto läuft also auf den Namen des Kindes, bis zum 18. Lebensjahr sind die Eltern bzw. Großeltern aber vertretungsberechtigt. Je nach Vertrag sperren die Banken beim Erreichen der Volljährigkeit der Kinder das Konto automatisch für die Eltern, sodass nur noch das Kind selbst Transaktionen durchführen kann.

Da die Zinssätze bei Kinderkonten meist geringer ausfallen, entscheiden sich viele Eltern bzw. Großeltern dazu, das Konto bis zum Zeitpunkt der Übergabe an das Kind auf den eigenen Namen laufen zu lassen und erst dann das Konto umzuschichten.

Zugriff nur unter besonderen Bedingungen

Dass man jederzeit auf das Konto des Kindes einzahlen kann, bedeutet noch lange nicht, dass man auch Geld abheben darf. Wenn das Konto auf den Namen des Kindes läuft, darf normalerweise auch nur dieses selbst Geld beheben. Manche Ausnahmen sind aber erlaubt. Wird z.B. unerwartet Geld für die für eine Lehre benötigte Ausrüstung oder eine Zahnspange benötigt, dürfen auch die Eltern bzw. Großeltern – je nachdem, wer das Konto eingerichtet hat – das Konto belasten. Wenn die Eltern nachweisen können, dass das Geld für das Kind verwendet wird, dürfen sie es vom Kinderkonto entnehmen.

Wenn Großeltern oder andere Verwandte außer den Eltern ein Konto für das Kind eingerichtet haben, dürfen die Eltern allerdings nicht auf das Konto zugreifen.

Ein Festgeldkonto als finanzielle Grundlage für die Zukunft

Viele Eltern und Großeltern legen für ihr Kind ein Konto mit der Absicht an, es ihnen zum 18. Geburtstag zu schenken. Es ist nicht geplant, vorab auf das Konto zuzugreifen, das Kind soll sein finanzielles Polster in voller Höhe zur Grundlage machen können. In diesem Fall ist es sinnvoll, ein Festgeldkonto zu eröffnen. Ein Festgeldkonto ist gebunden, d.h. man kann während der Laufzeit nur in Verbindung mit hohen Spesen Geld beheben. Außerdem muss gleich zu Beginn der gesamte Betrag eingezahlt werden, nachträgliche Einzahlungen sind nicht möglich.

Ein Festgeldkonto hat aber auch einige Vorteile:

  • Ein Festgeldkonto profitiert durch die festgelegte Laufzeit von einem besseren Zinssatz. Grundsätzlich ist es üblich, dass der Zinssatz beim Eröffnen des Kontos festgelegt und bis zum Ende der Laufzeit beibehalten wird. Die Konditionen und Zinsen können je nach Bankinstitut variieren.
  • Die Bindung des Kontos hat auch den Vorteil, dass für die Zukunft abzusehen ist, über wie viel Kapital das Kind später verfügen bzw. wie viel angespart sein wird.

Die Nachteile eines Festgeldkontos sollten aber auch beachtet werden:

  • Geldbehebungen sind bei einem Festgeldkonto während der Laufzeit nicht geplant. Sollten Sie dennoch einmal Geld vom Konto benötigen, ist dies mit hohen Spesen verbunden und der bessere Zinssatz geht verloren, d.h. Sie werden rückwirkend auf den aktuellen Zinssatz zurückgestuft.
  • Der Kontoinhaber ist damit weniger flexibel, da ihm das Geld erst ab einem bestimmten Zeitpunkt frei zur Verfügung steht.
  • Der eingezahlte Betrag kann bei besseren Angeboten einer anderen Bank nicht einfach umgeschichtet werden.
  • Die Geldeinlage für ein Festgeldkonto muss gleich beim Eröffnen komplett beglichen werden. Gerade bei frisch gebackenen Eltern ist es oftmals nicht möglich, größere Geldbeträge zur Seite zu legen.

Die Geldgeschäfte online abwickeln

In unserer hoch-technologischen Zeit ist es nicht abwegig, für das Kind ein Online-Tagesgeldkonto oder Festgeldkonto einzurichten. Die Zinssätze beim Online-Sparen sind wesentlich besser und die Handhabung ist einfach. Ein Nachteil bei der Online-Variante ist allerdings der fehlende persönliche Bezug zur Bank. Vor allem wenn die Kinder später auf eigenen Füßen stehen ist es sehr hilfreich, wenn sie zu ihrer Hausbank und ihrem persönlichen Berater gehen können, der über ihre finanzielle Situation bestens im Bilde ist.

Nicht jeder darf ein Konto für das Kind eröffnen

Die Kinder selbst haben bis zur Volljährigkeit nicht die Möglichkeit, ein Tagesgeldkonto selbst anzulegen. Die Eltern müssen als gesetzlicher Vormund die Verantwortung dafür übernehmen und das Geschäft abschließen. Dazu müssen sie sich legitimieren. Indem sie das Original der Geburtsurkunde des Kindes oder ähnliche amtliche Dokumente vorlegen, beweisen sie ihre Vormundschaft. Bis zur Volljährigkeit des Kindes sind sie damit verfügungsberechtigt, d.h. sie dürfen Geld einzahlen aber auch abheben.

Der erste Umgang mit eigenem Geld

jugendliche umgang geld

Kindern und Jugendlichen den Umgang mit Geld näherbringen

Ein eigenes Konto ist eine gute Möglichkeit, die Kinder auf den späteren, eigenständigen Umgang mit Geld vorzubereiten. Unter einem Alter von mindestens zehn Jahren ist Kindern eine eigene Kontoführung natürlich noch nicht zuzutrauen. Ab dann kann man sich aber überlegen, dem Kind einen ersten begrenzten Zugang zum eigenen Konto zu gewähren. Mit Geldkarten oder Prepaid-Kreditkarten ist dem Kind die Möglichkeit gegeben, bargeldlos zu bezahlen oder Onlinebanking zu nutzen. Die Eltern können über Online-Banking oder eigene Terminals vorab einen gewissen Betrag auf das Kinderkonto einzahlen, über den das Kind dann frei verfügen kann. Grundsätzlich ist es dabei nicht möglich, das Konto zu überziehen.

Das Kind hat auf diese Weise nicht zu viel Bargeld in der Tasche, kann im Notfall aber auf die Karte zurückgreifen. Vor allem auf Klassenfahrt ist das eine praktische Option. Manche Eltern zahlen mittlerweile sogar das Taschengeld mittels Dauerauftrag direkt auf das Konto des Kindes ein. So kann es von Zinsen profitieren, wenn es das Geld aktuell nicht braucht.

Der erste Job und das erste Geld

Bereits ab dem Alter von sieben Jahren gilt ein Kind als Eingeschränkt geschäftsfähig. Dennoch sollte ihm aber erst ab einem Alter von 14 Jahren Kindern das Führen eines eigenen Girokontos zugetraut werden. Um das richtige Konto zu finden gibt es auf dieser Webseite einen sehr guten Vergleich: Girokonto fürs Kind – Vergleich von Angebote. Spätestens bei dem ersten Ferienjob wird es dieses ohnehin brauchen. Kreditkarten werden an Kinder unter 18. Jahren noch nicht ausgegeben, dafür aber EC- und Maestrokarten.

Diese werden in Verbindung mit einem Konto von den Banken meist kostenlos zur Verfügung gestellt. Heutzutage werden Kinder wesentlich früher erwachsen als noch vor wenigen Jahrzehnten, bereits mit 16 kann man eine eigenständige und selbstbewusste Persönlichkeit sein. Dennoch sollte es weiterhin den Eltern überlassen werden, die Geschäftsfähigkeit ihrer eigenen Kinder zu bewerten. Sie sollten sich also nicht nur um Ihr eigenes Konto für Ihr Kind kümmern, sondern dem Kind auch bei eigenen Bankgeschäften beratend zur Seite stehen.