17. Dezember 2018

Energiesparen: Für Geldbeutel und Gewissen

 

Seit Beginn dieses Jahres sind Österreichs Energielieferanten gesetzlich dazu verpflichtet, ihren Konsumenten das Energiesparen näherzubringen. So wenig das Österreichs Energieerzeuger freut, das Energieeffizienzgesetz sieht eine jährliche Senkung des Energieverbrauchs von 0,6 Prozent bis 2020 vor. Während das für die großen Energiekonzerne Mengenabsatz-Einbußen bedeutet, heißt das für den Konsumenten, bares Geld zu sparen. Hier ein paar Tipps, wie man am besten seine Energiekosten reduziert: ein Tagesdurchlauf mit Fokus auf Energiefresser.

Es gibt zwei Wege, um seinen Energieverbrauch zu senken. Auf der einen Seite kann man beim Erwerb neuer Geräte Wert darauflegen, solche zu kaufen, die wenig Energie benötigen. Auf der anderen Seite kann man versuchen, am tatsächlichen Verbrauch der Haushaltsgeräte arbeiten – auch wenn diese energiesparsam sind müssen sie nicht andauernd eingeschaltet oder im Stand-by-Modus sein. Aber was sind eigentlich die größten Energiefresser im Haushalt?

Energiesparen am Morgen

Wenn man sich den Verbrauch eines Zweipersonenhaushaltes ansieht und dabei chronologisch vorgeht – ergo in der Früh beim Aufstehen startet – dann lässt sich bei der morgendlichen Pflege gleich der erste große Stromfresser identifizieren. Viele Menschen duschen bevor es ab in die Arbeit, zur Schule oder auf die Uni geht. Je nachdem, ob ein Boiler oder ein Durchlauferhitzer das Wasser wärmen, variiert der Stromverbrauch. Fünf Minuten Duschen mit einem Durchlauferhitzer machen 1500 Wh (Energieeinheit Wattstunden).

Dabei ist eine schnelle Dusche sogar energiesparend, wenn man sich im Vergleich dazu die Kosten für ein Vollbad ansieht: Die sind nämlich rund vier Mal höher. Im Schnitt liegt der Wasserverbrauch bei einer Dusche bei 50 Liter Wasser, während eine ganze Badewanne etwa 200 Liter schluckt. Das Duschfazit lautet somit: Wer duscht statt badet, und das nicht 15 sondern fünf Minuten lange, spart Strom und reduziert damit seine Energie-Kosten um mindestens drei Viertel.

Zu Mittag

elektroherd

Küchengeräte können echte Energiefresser sein.

Mittagszeit ist Essenszeit. Und egal, wie man sein Essen zubereitet, es benötigt Strom – zum Teil sogar sehr viel! Am günstigsten ist die Mikrowelle. Diese verbraucht etwa 700 Wh. Besonders schmackhaft und gesund ist das Essen aus der Mikrowelle aber nicht. Nützt man für die Zubereitung des Mahls eine Herdplatte, macht das rund 800 Wh. Wie wir alle wissen, ist es aber meist so, dass eine Platte nicht ausreicht. Nur allzu schnell ist eine zweite oder gar dritte Platte eingeschaltet: für die Soße, für das Nudelwasser oder das Anrösten von Zwiebeln oder Croûtons. Dann verdoppeln bzw. verdreifachen sich die Kosten.

Bäckt man dann nebenbei auch noch einen Kuchen fürs Dessert, steigen die Kosten ein weiteres Mal massiv an. So benötigt ein durchschnittlicher Backofen rund 3500 Wattstunden. Damit könnte man schon gut viereinhalb Stunden lang eine einzelne Herdplatte betreiben. Das Kochfazit lautet somit: Wer mit Bedacht kocht, vielleicht nicht für alles eine extra Herdplatte benutzt und beim Kuchenbacken das Vorheizen des Ofens nicht übertreibt, wird bei der Stromabrechnung Augen machen. Denn Kochen mit Kopf spart Strom und Geld.

Energiesparen am Nachmittag

Der Arbeitstag ist vorbei und es ist endlich Feierabend. Bevor es vielleicht vor den Fernseher geht, muss noch das Hemd oder die Bluse für den nächsten Tag gebügelt werden. Weil aber Bügeln nicht die Aufregendste aller Haushaltstätigkeiten ist, ist die Verlockung nach der Fernbedienung zu greifen relativ groß. Und dann läuft vielleicht auch noch der Lieblingskrimi. Dabei rasch und effizient zu bügeln, wird zur Herkules-Aufgabe. Denn die Aufmerksamkeit, die gilt nicht mehr dem Kleidungsstück, sondern dem Ermittler am Fernsehbildschirm.

Und das Dampfbügeleisen, das heizt und heizt und heizt. In der Stunde verdampfen so rund 2400 Wh. Ähnliches gilt für Staubsaugen und andere Putzaktivitäten. Das Haushaltsfazit lautet somit: Zu Putzen und den Haushalt zu machen ist wenig lustig – wer sich dabei beeilt ist nicht nur schneller fertig und hat Zeit für die wichtigen Dinge des Lebens, sondern spart auch Kosten.

Am Abend

heizung-energiesparen

Mit modernen Heizungen können Sie viel Energie sparen.

Für viele ist der Abend die gemütlichste Zeit des Tages. Entweder macht man es sich auf der Couch mit einem kühlen Bier oder einem Glas Wein bequem, liest bzw. sieht dabei fern, oder man setzt sich mit der Familie zusammen und unterhält sich. Damit die Gemütlichkeit in den Wintermonaten nicht von der draußen herrschenden Eiseskälte gestört wird, greifen wir oft zum Regler des Heizkörpers. Je nachdem, über welches Heizsystem man verfügt, ob Elektro-, Gas-, Öl- oder doch umweltfreundliche Pelletsheizung, gestalten sich auch die damit verbundenen Kosten unterschiedlich.

Denn Heizen ist nicht gleich Heizen und unterschiedliche Energieträger verfügen über einen unterschiedlichen Heizwert. So ist der Heizwert von Pellets ein komplett anderer, wie der Heizwert von Öl.

Das Heizfazit lautet somit: Nur der Vergleich von Energieträgern und deren Heizwerten legt die tatsächlichen Kosten offen. Oftmals ist die Art der Heizung durch den Vermieter oder die Verwaltungsgesellschaft vorgegeben. Wer aber in einem Haus lebt bzw. eines bauen möchte, hat die Wahl und sollte sich zu diesem Thema gut informieren.